Offener Brief gegen die geplanten ÖV-Preiserhöhungen
Die Alliance SwissPass hat angekündigt, die Preise für den ÖV zu erhöhen. Dagegen wehren wir uns! Wir sind überzeugt, dass der ÖV das Rückgrat einer nachhaltigen Schweiz ist und für alle bezahlbar bleiben muss. Deshalb fordern wir in einem offenen Brief folgendes:
- Halbtax-Abo für maximal 100 Franken
- Kostenlose Fahrt für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre
- Gratis-Halbtax für alle unter 25 Jahre
Die ÖV-Preise dürfen nicht immer weiter steigen. Es braucht stattdessen gezielte Vergünstigungen für jene, welche am meisten auf den ÖV angewiesen sind. Während Autofahren gemessen an den Gesamtkosten in den letzten Jahren deutlich günstiger geworden ist, soll nun der ÖV noch teurer werden. Das ist ein falsches Signal und bremst die Verkehrswende. Helfen Sie mit, damit der ÖV für alle zugänglich bleibt und nicht nur für jene, die ihn sich leisten können. Setzen Sie ein Zeichen und unterzeichnen Sie unseren offenen Brief an die Alliance SwissPass.
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Reto W.heute
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Nelly J.gestern
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anonymMittwoch
Sehr geehrte Damen und Herren
Die angekündigten Preiserhöhungen im öffentlichen Verkehr bereiten uns Sorgen und gehen aus unserer Sicht in die falsche Richtung.
Preissignale müssen den Einstieg in den ÖV fördern – nicht erschweren. Besonders kritisch sehen wir höhere Preise für Kinder und Jugendliche: Wer in jungen Jahren mit dem ÖV unterwegs ist, bleibt ihm meist ein Leben lang treu. Auch das Halbtax-Abo darf nicht teurer werden.
Hinzu kommt: Der motorisierte Individualverkehr ist gemessen an den Gesamtkosten in den vergangenen Jahren deutlich günstiger geworden. Diese Schere öffnet sich seit Jahren und schadet der Attraktivität des ÖV. Gerade jetzt, wo Klimaziele und Raumplanung einen starken öffentlichen Verkehr voraussetzen, ist das ein falsches Signal.
Natürlich sind die steigenden Kosten für Energie, Personal und Unterhalt Realität – und wir wissen, dass auch die Transportunternehmen damit umgehen müssen. Ebenso ist der politische Spardruck spürbar, von welchem der öffentliche Verkehr keineswegs ausgenommen ist.
Dennoch sollten Preiserhöhungen möglichst vermieden werden – insbesondere für Personen, welche sich die ÖV-Preise bereits heute kaum mehr leisten können.
Darum fordern wir, dass Angebote für Jugendliche und Halbtax-Nutzende nicht verteuert werden, sondern gezielt verbilligt:
- Kostenlose Fahrt für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre.
- Zusätzliche Vergünstigungen (z. B. Gratis-Halbtax) für Jugendliche in Ausbildung bis 25 Jahre.
- Halbtax-Abonnement für höchstens 100 Franken pro Jahr.
Ferner dürfen Fahrgäste der 2. Klasse nicht überproportional belastet werden. Sie tragen bereits heute mutmasslich mehr zur Finanzierung des Gesamtsystems bei als die Kundschaft der 1. Klasse. Eine Verschärfung dieser Umverteilung wäre verkehrspolitisch kontraproduktiv und unfair. Zudem dürften 2.-Klasse-Passagiere sensibler auf Preisänderungen reagieren – mit der Folge, dass sie im Zweifel auf das Auto umsteigen.
Der öffentliche Verkehr ist Rückgrat einer nachhaltigen Schweiz. Damit das so bleibt, braucht es faire, nachvollziehbare und ausgewogene Preise. Der VCS ist jederzeit bereit, gemeinsam mit der Branche nach tragfähigen Lösungen zu suchen – im Interesse der Fahrgäste, der Verkehrsbetriebe und des Klimas.
Mit freundlichen Grüssen
VCS Verkehrs-Club der Schweiz
Jelena Filipovic und David Raedler, Co-Präsidium